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TU Berlin

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Avalanche Video

Hier findet ihr ein Image Video von unserem Projekt dass von den Studierenden der Medieninformatik erstellt wurde.

AVALANCHE

Lupe

 

AVALANCHE (Adaptiver, Virtueller Assistent zur LAwinenwarnung Nach CHarakter Eigenschaften) ist ein vom BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) (Förderkennzeichen 01IS17052) gefördertes und im Rahmen vom Software Campus durchgeführtes Projekt, welches vom Projektpartner Scheer-Holding unterstützt wird. Der Software Campus ist ein Förderprogramm in dem exzellente Promovierende zu IT-Führungskräften ausgebildet und dabei von IT-Partnern unterstützt werden.

Innerhalb des Projekts untersuchen wir dynamische Entscheidungsprozesse von Freeridern im Feld als auch mittels VR-Simulationen und entwickeln aus den Erkenntnissen persuasive Strategien, um gefährliche Entscheidungen zu verhindern.

 

Projektbeschreibung und Hintergrund

Im weiteren Verlauf des Projekts liegt der Fokus auf der Entwicklung und der realitätsnahen Testung eines Interaktionskonzepts für Wearable Companion Systems, die im Rahmen risikobehafteter dynamischer Situationen zum Einsatz kommen.

Personen werden durch diese in ihren subjektiven Entscheidungsprozessen unterstützt und es werden ihnen Handlungsalternativen aufgezeigt, indem es sowohl situative Einflüsse als auch den Einfluss personalisierter, persuasiver Hinweisreize berücksichtigt. Dadurch wird eine potentiell gefährliche Entscheidungsbereitschaft gestoppt und eine Verhaltensänderungen induziert.

Das Interaktionskonzept wird für Skitourengeher erprobt. Es warnt dabei in potentiell gefährlichen Situationen vor Lawinen. In einem solchen dynamischen Umfeld ist der Entscheidungsprozess von der Expertise der Person, möglichen Zeitdruck und der Komplexität der Situation beeinflusst.

Möglichkeiten der Implementierung eines Systems in einem derartigen Setting bieten beispielsweise Smartphones (Warnung via Sprachausgabe), Smartwatches (Vibrieren als Warnung), als auch Augmented Reality Devices, wie z.B. smarte Skibrillen (visuelle Warnreize).

Der Einbezug von Persönlichkeitsmerkmalen spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des Interaktionskonzepts. So unterscheiden sich Menschen beispielsweise in ihrer Risikofreude. Diese Unterschiede sind innerhalb von Personen zeitlich relativ konstant und stabil, weshalb von Persönlichkeitsunterschieden im Risikoreich gesprochen werden kann. Das zeigt sich unter anderem darin, dass die meisten Unfälle trotz des Bewusstseins der Gefahr passieren, weil falsche Entscheidungen getroffen werden. Dabei spielen neben den Persönlichkeitsfaktoren (e.g. Risikofreude) auch klassische Entscheidungsfehler (Overconfidence Bias - e.g. mir passiert nichts; Ankerheuristiken – e.g. letztes Mal ist mir auch nichts passiert) eine wichtige Rolle. Zudem divergiert die subjektive und objektive Risikowahrnehmung bei Personen, was dadurch deutlich wird, dass Überlebende von Lawinen durchaus in der Lage sind, das allgemeine Lawinenrisiko akkurat einzuschätzen, diese Einschätzung jedoch nicht auf sich selbst beziehen. Gründe hierfür sind neben einer risikofreudigen Persönlichkeit eine Überschätzung der eigenen Fähigkeiten.

 

Vorgehen

Das Projekt begann mit einer explorativen Vorstudie, in der mittels qualitativer Methoden Entscheidungsprozesse von Freeridern im Feld dokumentiert wurden. Mit Hilfe dieser Daten untersuchen wir nun, wie Entscheidungen beim Skifahren bzw. Aufsteigen getroffen werden und welche Personen und Persönlichkeiten potentiell durch ein solches Assistenzsystem angesprochen werden können. Zudem wollen wir dabei die Frage beantworten, inwiefern persuasive Kommunikationsansätze bei der Zielgruppe akzeptiert werden und ob es überhaupt möglich ist, auf Warnungen beim Skifahren rechtzeitig zu reagieren.

Die gesammelten Informationen werden anschließend genutzt, um einen ersten Prototypen zu entwickeln. Mittels VR testen wir diesen in einer Simulationsstudie. Ein solcher Prototyp verwendet auf den Nutzer adaptierte persuasive Strategien, um den Entscheidungsprozess so zu beeinflussen, dass die Entscheidung dem tatsächlichen Lawinenrisiko angemessen ist.

In der finalen Phase des Projekts wird schließlich ein funktionsfähiges Konzept in einer Feldstudie eingesetzt. Die Feldstudie findet dabei in einem Skigebiet, welches in einer Gefahrenzone für Lawinen liegt, statt. Ein solches Interaktionskonzept lässt sich also im tatsächlichen Anwendungsfeld nutzerzentriert entwickeln und testen.

 

Anwendung und Weiterentwicklung

Erkenntnisse aus dem Projekt sind langfristig gesehen in allen Berufsfeldern anwendbar, in denen innerhalb einer dynamischen Umgebung schnell Entscheidungen getroffen werden müssen, die sicherheitskritisch sind. Dies betrifft unter anderem Chemieanlagen, die Polizei und die Medizin. Auch für Bergtouristen und die Bergwacht bietet das Interaktionskonzept konkrete Anwendungsmöglichkeiten.

Aus wissenschaftlicher Perspektive können in einem größeren Projekt die entwickelten Persuationsstrategien für verschiedene Persönlichkeiten in weiteren Anwendungsbereichen getestet werden, beispielsweise im Bereich Sportklettern.

Auch ein Kooperationsvertrag mit größeren sicherheitskritischen Industrien (Automobil, Flugverkehr etc.) wäre vorstellbar. Bei erfolgreichem Projektverlauf ist zudem ein Förderantrag für die Ausgründung eines Unternehmens, welches die entwickelten Persuationsstrategien in Kooperation mit Meteorologen zu einer marktreifen Lawinenapp weiterentwickelt, geplant.

 

Ereignisse

Im Januar 2019 startete die Feldstudie. Dafür befinden sich Sabine Prezenski und Martin Krabbe bis März 2019 in der Region von Innsbruck.

Im Dezember 2018 wurde die VR-Studie zum Thema Design and Evaluation of a Persuasiv Warning System - A multimodal approach in Virtual Reality abgeschlossen. Sie wurde im Rahmen einer Masterarbeit von Martin Krabbe realisiert.

Am 12.10.2018 haben Martin Krabbe und Kenneth zur Kammer unser Projekt im Rahmen eines Workshops auf der Human Factors Summer School in Berlin vorgestellt.

Am 9.10. 2018 hat Sabine Prezenski einen Vortrag auf der wichtigsten internationalen Lawinenkonferenz, der ISSW in Innsbruck gehalten und dort das Projekt vorgestellt.

 

Auszeichnungen:

1. Platz bei der Research to Marketchallenge;  Wir haben den ersten Platz der Research to Marketchallenge im Bereich digital mit Avalanche gewonnen!

 

Presse:

Powder The Skier`s Magazin: Could a Wearable Avalanche Alert System Make Skiing Safer? 

Unofficial Networks: Using Virtual Reality To Improve Decision Making In High Risk Skiing Situations

 

Veröffentlichungen:

Prezenski, S., Russwinkel, N. and Win, K.T. (Oktober 2018), in Proceedings of the International Snow Science Workshop, Innsbruck, Austria. (pp. 835-837).

 

 

Team

Lupe

 Das Projekt wird von Sabine Prezenski geleitet. Sie wird dabei von Kenneth zur Kammer, Martin Krabbe und Meret Vollmann unterstützt. Die Projektlaufzeit beträgt 18 Monate und geht vom 01.02.2018 bis 31.07.2019

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